Der Weg hierher
Lange habe ich gehadert und gejammert, weil ich keinen eigenen Raum für mich hatte. Fünf Jahre lang habe ich im Esszimmer gemalt. Dort stand nicht nur der Tisch, dort war auch mein ganzes Material gelagert. Farben, Papier, Stifte, alles. Es war immer präsent, immer im Weg und gleichzeitig nie richtig mein Raum. Rückblickend völlig zurecht musste ich mich nach einer Alternative umsehen.
Heute bin ich im Keller. Und manchmal wundere ich mich wirklich, warum ich diesen Schritt nicht schon viel früher gemacht habe. Ich habe hier meinen eigenen Bereich, kann alles liegen lassen, so wie es gerade ist, und am nächsten Tag genau dort weitermachen.
Tagsüber im Atelier
Tagsüber ist es hier richtig angenehm. Ich habe gutes Licht, es ist warm und ich fühle mich sicher. Ich kann mich auf meine Bilder konzentrieren, Farben mischen, zeichnen, ausprobieren. Oft verliere ich komplett das Gefühl für Zeit, besonders wenn ich mitten im Prozess bin und alles um mich herum leise wird.
Wenn es spät wird
Abends verändert sich die Stimmung. Wenn es draußen dunkel ist und es spät wird, mag ich oft nicht mehr so gern im Atelier bleiben. Dann fühlt sich der Keller plötzlich anders an, ein bisschen schwerer. Tagsüber ist alles völlig okay, nachts höre ich dann lieber auf und nehme die angefangenen Gedanken mit nach oben.
Ein Raum mit Eigenheiten
Ein kleines Thema begleitet mein Atelier jedes Jahr aufs Neue. Einmal im Jahr kommt es vor, dass Grundwasser durch den Boden gedrückt wird. Kein dramatisches Hochwasser, aber genug, um vorsichtig zu sein. Das macht den Raum manchmal ein wenig unsicher, zumindest im Kopf. Genau deshalb habe ich alles so aufgebaut, dass man es schnell wegräumen kann. Nichts ist unersetzlich, nichts fix verbaut. Und falls doch einmal Wasser kommt, dann nicht hoch genug, um wirklich Schaden anzurichten.
Warum es trotzdem passt
Vielleicht ist genau das auch ein Spiegel meiner Arbeitsweise. Flexibel bleiben, nichts zu starr festhalten, mit dem arbeiten, was gerade da ist. Mein Atelier ist nicht perfekt, aber es ist ehrlich. Ich bin dankbar, dass ich diesen Raum habe und ich nutze ihn auch. Ich musste mich nur ein wenig umstellen.
Mein Ort
Hier unten entstehen meine Werke. Still, manchmal chaotisch, manchmal ganz ruhig. Und auch wenn ich nachts lieber wieder nach oben gehe, weiß ich, dass ich am nächsten Tag gerne zurückkomme. In meinen Keller. In mein Atelier.